Catch & Release ist und bleibt ein brisantes Thema, das ich hier gern einmal zur Diskussion stellen möchte: Die gesetzmäßige Vorschrift, dass „alles, was am Haken hängt und das Mindestmaß erreicht hat, auch getötet werden muss“ lässt sich mit meinem Naturverständnis nicht so richtig vereinbaren. Jeder Angler hat  doch gelernt, wie er mit der Kreatur  Fisch umgehen muss. Wir wissen doch heute, dass Fische, die gerade über dem Schonmaß liegen, in unseren Gewässern kaum eine Chance haben sich mehrfach zu reproduzieren. Wie soll bitteschön ein 50 cm Hecht, oder ein 40 cm kleiner Zander  nachfolgende Generationen   produzieren? Wenn   ich nur an den Verzehr eines solch  kleinen Fisches denke! Was bleibt da noch übrig, wenn Kopf und Schwanz abgetrennt sind? Bitte, lasst sie leben und wachsen! Laut publizierter Studien sind es die großen Laichfische, die ihre besten Gene weitervererben! Auch ich esse gerne Fisch, aber oft sehe ich, wie mancher Petrijünger gleich mehrere Raubfische pro Tag unseren Flüssen und Seen entnimmt! Muss das sein?! Statt Massenschlachterei hat doch die selektive Entnahme gerade in der heutigen Zeit eine wichtige Bedeutung. Ist Deutschland das einzige Land in Europa, wo ein Gesetz vorschreibt, jeden Fang außerhalb der Schonzeit mit dem gerade erreichten Mindestmaß zu töten, um ihn dann einer sinnvollen Verwertung zukommen zu lassen?! Hallo! Wo leben wir? Sieht so naturbewusstes Handeln aus? Alle Angler sollten einer kontrollierten Hegepflicht ihrer Gewässer unterliegen - und bitte nicht alles leer fischen! Zum Beispiel in den Niederlanden wird Catch & Release mit großem Erfolg betrieben. Wer  einen Fisch oder gleich mehrere tötet, setzt sich dort eher kritischen Blicken aus.  Oder, schauen wir ins Hecht-Eldorado Irland, wo es Pflicht ist Laichfische zurückzusetzen. Ebenso verhält es sich  beim amerikanischen  „Muskie“,  der auch in einigen Gewässern der USA unter Schutz steht. Und denken wir an die geschätzten Lachse, die in Deutschland durch das „Lachs-Programm 2000“ in einigen unserer Flüsse wieder zahlreicher überleben. Solche Fänge sollten wir selbstverständlich schonend in ihr Element zurücksetzen.

 


In unseren Medien werden Fänge dieser Edelfische und das Zurücksetzen mit Vorliebe publiziert, ganz ohne öffentlichen Protest!! Zu diesen Themen könnte ich eine ellenlange Liste an Beispielen aufzeigen. Ich meine, einem passionierten Angler und Naturfreund, der mit Herz und Verantwortungsbewusstsein viel Zeit mit seinem Hobby verbringt, dem sollte es doch erlaubt sein, selbst zu entscheiden wie er seinen Fang behandeln muss. Natürlich immer unter der strengen Voraussetzung, mit der Kreatur schonend und waidgerecht umzugehen. Diese Philosophie, die ich mit einigen Freunden der hiesigen Angelszene seit vielen Jahren vertrete, möchte ich mit dieser Seite auch anderen näher bringen. Catch & Release sollte in der Welt der Angelfreunde einen festen Platz ein-nehmen, um nachfolgenden Generationen eine intakte Natur mit einer bunten Fischfauna zu hinterlassen. Oder wollen wir unseren Kindern in der Zukunft ausgestorbene Fische in Bilderbüchern vorstellen? Vielleicht erreiche ich hier den einen oder anderen unserer Zunft. Schön wäre es, öfter neue Gleichgesinnte an unseren Gewässern zu treffen, die sich ebensolche Gedanken machen, damit mein Wunsch nicht nur Vision bleibt!! Und in diesem Sinn hoffe ich auf ein vielfaches Echo und …………….Petri Heil!!!!